Das Enkelprojekt

Rüdiger Grölz, Initiator des "Enkelprojekts", ermunterte als Moderator des pax christi-Begegnungsabends den Enkel von Stanislawa Angiel und die Enkelin von Jan Nowogrodski, die zu der Gruppe der polnischen Gäste gehören, doch einmal zu schildern, was ihre Großeltern ihnen von der Zeit im Bistum Limburg berichtet hatten. "Mein Opa hat immer gesagt, dass wir jungen Leute uns nicht vorstellen könnten, wie die Kriegszeit gewesen sei", antwortet Aldona Fafara, die Enkelin von Jan Nowogrodski. Als nach einer längeren Diskussion über Vorurteile in der gegenseitigen Wahrnehmung zwischen Deutschen und Polen Malgorzata Zak in die Runde fragte: "Was denkt ihr eigentlich über uns?", wurde das Gespräch trotz vorgerückter Stunde noch einmal sehr lebendig. "Ihr wisst so viel über eure Geschichte, aber was wisst ihr von Polen heute, von unserer polnischen Musik und Literatur, von den Lebensbedingungen von polnischen Jugendlichen heute?", formulierte Malgorzata Zak als Anfrage an ihre deutschen GesprächspartnerInnen.

Solche Fragen und Gespräche sind es, die sich Rüdiger Grölz von dem bundesweit einmaligen Projekt "Arbeiten am neuen Europa", so der offizielle Name des "Enkelprojekts", erhoffte: "Das wachsende neue Europa braucht solche Begegnungen, die den Blick zurück ernst nehmen, aber auch nach vorne schauen und offen sind für eine gemeinsame Zukunft." Mitträger dieser Begegnung ist Barbara Schindler-Becker von der Katholischen Erwachsenenbildung – Bildungswerk Frankfurt, Thomas Holm, Bildungsreferent aus Frankfurt und Ute Schäfer vom Projekt "Arbeitsplätze schaffen mit Fantasie", die gemeinsam mit Rüdiger Grölz das Enkelprojekt organisierten und betreuten. Gemeinsam und mit der unverzichtbaren Hilfe der Übersetzerin Bernadette Koziol unterstützte das "Enkelprojekt"-Team die polnischen Gäste vor Ort an ihren Praktikumsplätzen in Frankfurt und Wiesbaden: bei IBM, der Volkshochschule, dem Städel, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Biologisch-Pharmazeutischen Institut und der Firma Messer Cutting & Welding. Dort arbeiteten Malgorzata Zak und die übrigen Gruppenmitglieder an drei Tagen in der Woche, während sie sich an den übrigen Tagen in Deutsch- und Computerkursen fortbildeten. Ein Nachmittag pro Woche war reserviert für einen Jour Fixe, bei dem alle Fragen und Probleme besprochen werden konnten und das Freizeitprogramm geplant wurde. Finanziert wurde das "Enkelprojekt" vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk, der Katholischen Erwachsenenbildung – Bildungswerk Frankfurt, der Hertie-Stiftung, dem Referat Weltkirche in der Diözese Limburg, der pax christi-Bistumsstelle Limburg und einigen EinzelspenderInnen.

 

 


 


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